Um Unternehmen erfolgreich zu führen, ist es unerläßlich, systematisch Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. Das gilt auch für Ihre Karriere.
Beziehungen bedeuten Wissen, Kontakte und Empfehlungen. Und genau dies ist das Gold des 21. Jahrhunderts. Grundsätzlich gilt deshalb die Regel: Besser einen zu viel als einen zu wenig kennenlernen! Doch die Beziehung allein ist nicht alles, sie muß auch von der richtigen Qualität sein. Erst wer seine Beziehungen qualitativ aufbaut und pflegt, auf die richtige „Wellenlänge“ achtet, kann sein Netz richtig nutzen.
Gibt es Regeln für den Aufbau von Netzwerken? Gewiss.
- Erwarten sie nicht von jedem Kontakt, das er sich sofort auszahlt: Gras wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht!
- Verzichten Sie auf Beziehungen, wo keine echte Wellenlänge besteht.
- Bleiben sie Mensch. Der beste Weg, sich selbst zu helfen, ist, Beziehungen zu nutzen, um anderen zu helfen.
Ergänzend ließe sich sagen: gehe auf die richtige Hochschule oder absolviere einen Managementkurs in einer renommierten Akademie. Das hilft meistens mehr als gute Examensnoten. Auch durchschnittliche Manager können Karriere machen, wenn sie die richtigen Leute kennen. Und ein paar seriöse Headhunter noch dazu. Apropos! Ihr Kontakt zum Personalberater sollte nie eine Einbahnstraße sein. Er wird es Ihnen danken, wenn Sie ihm hin und wieder auch mal eine Tür öffnen.
Gutes Beziehungsmanagement braucht Multiplikatoren. Das sind Menschen, die Ihnen z.B. als Referenzgeber bei einer Bewerbung zur Verfügung stehen, die Sie weiter empfehlen oder einfach nur positiv und anerkennend über Sie und Ihre Leistungen sprechen. Es klingt allemal glaubwürdiger, wenn andere über Sie „Lobeshymnen singen“, als wenn Sie es selbst tun. Dabei sollten Sie die unterschiedlichen Multiplikatoren für Ihre Karriere differenziert betrachten:
Die Engagierten
Sie sind an Ihrem Erfolg genauso interessiert, wie an dem eines Familienmitglieds. Sie fördern Sie ungefragt bei passender Gelegenheit, weil sie Sie für den Besten der Branche halten, mit dem sie auch weiterhin gute Beziehungen pflegen wollen. Als Gegenleistung müssen Sie hier eine enge Beziehung schaffen und die Multiplikatoren Ihre hohe Wertschätzung spüren lassen.
Die Treuen
Sie sind Ihnen gegenüber loyal. Sie werden Sie weiterempfehlen, wenn man sie fragt. Treue Multiplikatoren benötigen angemessene Aufmerksamkeit – man kann sie nur dann verlieren, wenn man sie ignoriert.
Die Chefs
Sie sind bereits selbst in den Genuss Ihrer Leistungen gekommen. Damit z.B. Ihr Chef eines Tages eine exzellente Referenz über Sie abgibt, müssen Sie vorher etwas tun, um seine Erwartungen im positiven Sinne zu übertreffen. So machen Sie ihn zum überzeugten Multiplikator für Ihre weitere Karriere.
Die potentiellen Multiplikatoren
Sie sind bereits über Ihre Leistungen informiert – sei es über Anrufe, Mund-zu-Mund-Werbung oder Ihren guten Ruf in der Branche. Hier gilt: Der erste Eindruck ist entscheidend. Unternehmen Sie beim ersten Kontakt alles, damit dieser Mensch zum aktiven Multiplikator für Sie wird.
Die mutmaßlichen Multiplikatoren
Das sind alle diejenigen, die noch nie von Ihnen gehört haben, sich aber für Sie interessieren könnten, z.B. Top-Manager, Personalchefs, seriöse Headhunter etc.. Gelingt es Ihnen, diese Zielgruppe mit Vorträgen, Presseberichten oder auf Kongressen auf sich aufmerksam zu machen, entstehen neue, wertvolle Multiplikatoren für Sie.
Ein gutes Beziehungsnetzwerk wirkt für Ihre Karriere wie ein synergetisches Geflecht von Menschen, die gut über Sie sprechen. Dauerhaft wird dieses Netzwerk Ihnen aber nur dann nutzen, wenn Sie es kontinuierlich pflegen und nicht als Einbahnstraße betrachten.
* Die Autorin ist Senior Consultant bei VON BONIN
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