Mentale Fitness, hohes Tempo und Konzentrationsfähigkeit sind in einem Managerleben unerlässlich. Die schnellste Sportart der Welt ist dafür das beste Training.
Wer seine Managementkompetenzen auf dem Weg an die Spitze trainieren will, findet dazu im Tischtennissport die beste Gelegenheit. Als persönliches Förderprogramm werden neben der Entwicklung der Fachkompetenz vor allem die mentale und körperliche Fitness des High Performers gesteigert. Ganz nebenbei lernen (angehende) Führungskräfte, dass Management nicht eine Aufgabe ist, die nur im Team zu bewältigen ist. "Wenn es eng wird, stehst Du allein im Kreuzfeuer oder vor wichtigen, gar unbequemen Entscheidungen." Hier lernt der Manager sehr schnell, was es heißt, Verantwortung zu tragen.
Geschwindigkeit, Präzision und Taktik
Tischtennis als Manager-Training? Was auf den ersten Blick amüsiert, macht bei genauer Betrachtung durchaus Sinn. Man muss beim Wettkampf an der Platte live dabei gewesen sein, um das zu verstehen. Modernes Tischtennis hat sich zum wohl schnellsten Ballsport der Welt entwickelt. Ich spreche nicht von langweiligem Pingpong beim Kindergeburtstag, sondern von ernsthaftem Hochleistungssport. Hier sind Körper, Geist und Seele gleichermaßen gefordert. Mehr als bei vielen anderen Sportarten, die oft den Body nur einseitig belasten und fordern. Tischtennis dagegen ist wie Schachspiel beim 100-Meter-Lauf. In keiner anderen Sportart kommt es so extrem auf Kondition, Geschwindigkeit, Präzision und intelligente Taktik an. Die Bälle sind teilweise bis zu 180 Stundenkilometer schnell. Beim Tennis werden die Schläge auf etwa 25 Meter gespielt. Beim Tischtennis dagegen sind es ganze drei Meter Distanz. Das sind Sekundenbruchteile, dazu ein Spin von 9000 Umdrehungen pro Minute. Das macht die Bälle schwer berechenbar. Und dennoch ist es möglich, sie millimetergenau auf der Platte zu platzieren. Kenner sagen, Hochleistungstischtennis findet jenseits des menschlichen Reaktionsvermögens statt. Das macht diesen Sport so einzigartig – und so ideal für das Management-Training.
Konditionstraining und Stressabbau
Der Sport ist nichts für Phlegmatiker. Schnelligkeit ist Trumpf. Nur durch das Vorausahnen des gegnerischen Spiels kann man bei diesen Geschwindigkeiten reagieren. Man lernt nicht nur Mitdenken, sondern Vorausdenken. Tischtennis fördert die Kondition und ist sehr gut geeignet als Ausdauertraining. Da das Spiel viel taktisches Denken erfordert, kann der Manager für seinen Job einiges lernen. Darüber hinaus eignet es sich optimal als Stress-Stopper. Die Konzentration auf Ball und Gegner vertreibt schlagartig stressige Gedanken. Wenn ein Ball mit Höchstgeschwindigkeit über die Platte saust, sind Konzentration, Antizipationsfähigkeit und Schnellkraft gefordert. Exzellente Wahrnehmungsfähigkeit und Reaktionsvermögen sind bei diesem Balltempo unabdingbar. Im raschen Wandel der Marktverhältnisse keine unwichtigen Eigenschaften für erfolgreiches Management.
Mentale Stärke, gute Nerven und Selbstdisziplin
Und noch etwas spricht für Tischtennis als Manager-Training: bei den meisten gesundheitsorientierten Sportarten kommt eines zu kurz – der Spaß. Nicht so beim Tischtennis. Die spielerische Leichtigkeit lässt die körperliche Anstrengung vergessen. Probieren Sie’s aus. 30 Minuten Training auf dem Ergometer oder beim Jogging empfinden Sie als harte Arbeit. Nach einem halbstündigen Tischtennis-Match spüren Sie die Anstrengung kaum. Tischtennis ist ein Sport, der vom Spieler (Manager) in rascher Folge mannigfache Entscheidungen erfordert. Doch das Wichtigste: Er muss sich ständig auf neue Aktionen und Situationen seines Gegenübers (Konkurrenz, Markt) einstellen. Und das nicht nur passiv. Er muss schnell eine passende Antwort parat haben.
Kopf und Körper sind gleichermaßen gefordert. Das gilt ganz besonders, wenn das Spiel 19:19 steht (Im Manager-Alltag: Storno eines Top-Kunden, Umsatzeinbruch, morgen ist Budgetpräsentation beim Vorstand). Dann heißt es cool bleiben. Also – Angriffsspiel – und zwar mit Vor- und Rückhand. Das sind die Situationen, die Tischtennis so faszinierend machen.
Stellen wir uns den Alltag des klassischen Managers mit all seinen „ungesunden“ Nebenwirkungen wie Stress, falsche Ernährung, Rauchen, Alkohol, zu wenig Bewegung, viel Druck, wenig Entspannung etc. vor, so liegt der Gedanke an gezieltes Training mit dem kleinen Schläger nicht so fern. Vergleichen wir das rasante Tempo der Wirtschaft, den Wettbewerbsdruck und das Managerleben mit dem Tischtennissport, so entdecken wir mehr und mehr Parallelen. Das Business ist heute – ob man es wahrhaben will oder nicht - leistungs- und erfolgsorientierter denn je und es erfordert von seinen Mit-Spielern ein hohes Maß an Wachheit und Tempo. So hart es klingt – wer da nicht mithalten kann, darf sich nicht wundern, wenn er „von der Platte geputzt“ wird.
Also lohnt es sich vielleicht, ein wenig zu üben...
Interesse?
Deutscher Tischtennisbund
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* Die Autorin ist Senior Consultant bei VON BONIN und nebenberufliche Trainerin für Handball und Tischtennis.
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